Verbot von Piercings bei Kindern und Jugendliche gefordert
21. April 2008 von admin
Wolfram Hartmann, Präsident des Verbands der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, gibt Bedenken zum Ausdruck über die stetig steigende Anzahl von durchgeführten Piercings bei Kindern unter zehn Lebensjahren und bei Jugendlichen. Dies äußerte Hartmann gegenüber der “Braunschweiger Zeitung” in einem Interview.
Ein besonderes Problem und vor allem eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit stellen Piercingstudios dar, welche dem Gesundheitsamt nicht bekannt sind und demzufolge auch nicht regelmäßig kontrolliert werden.
“Die Infektionsgefahr ist groß, Dauerschäden nicht selten”, warnte Hartmann.
Bei Piercings, die man sich in solch dubiosen Studios stechen lässt, kommt es immer wieder zu Entzündungen und Verletzungen mangels ausreichender Hygiene.
Immer öfter kommen auch Eltern in die Praxen der Ärzte mit der Bitte, dass Tätowierungen ihrer Kinder rückgängig gemacht werden, erklärt der Verbandschef Wolfram Hartmann.
Kinderärzte sehen ein großes Problem darin, dass zunehmende schon bei Säuglingen Löcher für Ohrstecker gestochen werden. In der Zwischenzeit weist bereits jedes fünfte Mädchen, im Alter von einem Jahr, Ohrlöcher auf.
Hartmann will die Forderung nach einem Verbot in dieser Woche in einer Anhörung dem Gesundheitsausschuss des Bundestages vorlegen.
In dieser Forderung geht es um einen Antrag der Koalitionsfraktionen, welcher zur Prüfung steht. Der Antrag beinhaltet ein Verbot nicht notwendiger Schönheitsoperationen bei Minderjährigen.
Auch im Bereich der Schönheitschirurgie hält Hartmann staatliches Handeln für notwendig. In Deutschland spielen Schönheitsoperationen bei Kindern und Jugendlichen noch nicht eine so große Rolle wie in den vereinigten Staaten, aber der Trend kann schnell über den großen Teich schwappen. “Wir müssen aufpassen – in den USA gibt es die Brust-OP als Geschenk zum Abi” , so Hartmann.